Papierkram im Check – Buchhaltung für Freelancer

Papierkram im Check 2026: Was die kostenlose Buchhaltung wirklich kann

Papierkram ist eine der wenigen Buchhaltungslösungen im DACH-Raum mit einem dauerhaft kostenlosen Tarif — und genau deshalb taucht das Tool in fast jeder Diskussion über lexoffice-Alternativen auf. Die Kurzfassung vorweg: Der Free-Tarif deckt Rechnungen, Angebote und eine grundlegende Einnahmen-Ausgaben-Buchhaltung für eine Person ab. Banking-Anbindung, Mahnwesen und die mobile App bleiben den Bezahltarifen vorbehalten (ab 9,90 €/Monat im Jahresabo). Für nebenberufliche Gründer ist das ein ernstzunehmender Einstieg — für etablierte Selbstständige mit laufendem Kontoabgleich eher die Testphase vor dem Bezahltarif.

Stand: Juli 2026 — Preise und Tarifgrenzen gegen die offizielle Preisseite geprüft. Dieser Check ist eine redaktionelle Auswertung von Preisstruktur, Anbieter-Dokumentation und öffentlichem Nutzer-Feedback — kein bezahlter Test.

Was Papierkram ist — und was es anders macht

Papierkram ist eine deutsche Cloud-Buchhaltung für Freelancer, Solo-Selbstständige und kleine Teams: Angebote und Rechnungen schreiben, Belege erfassen, Einnahmenüberschussrechnung (EÜR), Umsatzsteuervoranmeldung vorbereiten. Zwei Dinge unterscheiden es vom Platzhirsch-Duo lexoffice/sevdesk: der echte Nulltarif als Dauerlösung statt 14-Tage-Test — und die eingebaute Zeiterfassung mit Projektzuordnung, die abrechenbare Stunden direkt in Rechnungen überführt. Wer projektbasiert arbeitet (Entwicklung, Design, Beratung), bekommt hier etwas, das bei den Wettbewerbern nur über Umwege oder Integrationen funktioniert.

Die Tarife im Überblick

TarifPreis/Monat (jährlich)Preis/Monat (monatlich)Kern-Unterschiede
Free0 €0 €1 Nutzer, 100 MB Speicher, Rechnungen/Angebote/PDF-Versand — ohne Banking, Mahnwesen, App
S9,90 €12,90 €bis 5 Nutzer, 2 Bankkonten, 1 GB Speicher
M19,90 €24,90 €5 Bankkonten, Kundenportal, Abschlagsrechnungen, REST-API, Teamarbeit, 2,5 GB
L39,90 €49,90 €unbegrenzte Nutzer, 10 Bankkonten, 10 GB, doppeltes API-Kontingent

Alle Preise netto. Das Jahresabo entspricht rund 20 % Rabatt gegenüber der monatlichen Zahlweise. Zum Vergleich: lexoffice und sevdesk bieten keinen Dauer-Nulltarif, sondern nur zeitlich begrenzte Testphasen.

Der Free-Tarif im Detail: Was der Nulltarif wirklich kann

Der Free-Tarif ist laut Anbieter als „grundlegende Buchhaltung für Einsteiger:innen“ positioniert — und genau so sollte man ihn lesen. Enthalten sind Angebote, Rechnungen mit PDF-Versand, Belegerfassung und die EÜR-Grundfunktionen. Die harten Grenzen:

  • Ein Nutzer, 100 MB Speicher — bei gescannten Belegen ist das nach ein bis zwei Jahren voll
  • Keine Banking-Anbindung: Zahlungsabgleich heißt manuelles Abhaken
  • Kein Mahnwesen, kein Kundenportal, keine mobile App
  • Keine gruppierten Positionen, Rabatte oder eigenen Dokumentvorlagen

Das klingt nach viel Verzicht — ist aber ehrlicher als ein auslaufender Testzeitraum: Man kann unbegrenzt lange im Free-Tarif bleiben und zahlt erst, wenn das eigene Volumen es erzwingt. Genau deshalb empfehlen wir Papierkram in unserem lexoffice-Alternativen-Vergleich als kostenlosen Einstieg.

Zeiterfassung und Projekte: der unterschätzte Differenzierer

Papierkram bündelt Zeiterfassung, Projekte und Abrechnung in einem System: Stunden auf Projekte buchen, abrechenbare Zeiten markieren, direkt in eine Rechnung überführen. Für Stundensatz-Arbeiter ersetzt das ein separates Zeiterfassungs-Tool samt Übertragungsfehlern. In Nutzer-Reviews wird genau diese Kombination regelmäßig als Kernstärke genannt — zusammen mit der schnellen Einarbeitung.

Was Nutzer-Feedback zeigt — Lob und Kritik

Auf OMR Reviews steht Papierkram bei 3,6 von 5 Sternen aus 30 Bewertungen (abgerufen Juli 2026). Das Muster im Feedback ist konsistent:

  • Gelobt: Benutzerfreundlichkeit, der kostenlose Einstieg, der klare Finanzüberblick und die Zeiterfassung mit Projektorganisation
  • Kritisiert: die optisch angestaubte Oberfläche, eingeschränkte App-Funktionen, fehlende direkte ELSTER-Integration und begrenzte Anpassungsmöglichkeiten bei Dokumenten

Die 3,6 ist damit keine Warnung, sondern ein realistisches Profil: solide Funktion, wenig Glanz. Wer eine polierte Oberfläche und App-First-Bedienung erwartet, wird eher bei den Bezahlt-Wettbewerbern fündig; wer Wert auf Substanz zum kleinen Preis legt, kann mit den Ecken leben.

Für wen Papierkram passt — und für wen nicht

Passt gut: nebenberufliche Gründer und Freelancer mit überschaubarem Beleg-Volumen, projektbasiert arbeitende Selbstständige (Zeiterfassung!), Kostenbewusste, die bewusst ohne Banking-Automatik arbeiten.

Passt weniger: Selbstständige mit vielen monatlichen Transaktionen (ohne Kontoabgleich wird das mühsam), Teams mit Kundenportal-Bedarf unterhalb des M-Tarifs, und alle, die ihre Umsatzsteuervoranmeldung direkt aus dem Tool an ELSTER übergeben wollen. Wer Rechnungen zunehmend automatisiert verarbeiten will, findet im Praxis-Check Welche KI ist die beste für Rechnungen? die passende Werkzeug-Ebene darüber.

Häufige Fragen

Ist Papierkram wirklich dauerhaft kostenlos?

Ja. Der Free-Tarif ist nach Anbieter-Angaben zeitlich unbegrenzt — kein auslaufender Test. Die Grenzen liegen bei einem Nutzer, 100 MB Speicher und dem Verzicht auf Banking, Mahnwesen und App.

Kann Papierkram die Umsatzsteuervoranmeldung?

Papierkram bereitet die Werte für die Umsatzsteuervoranmeldung auf; eine direkte ELSTER-Übergabe aus dem Tool gehört laut Nutzer-Feedback nicht dazu — die Übertragung läuft dann über das ELSTER-Portal.

Wie schlägt sich Papierkram gegen lexoffice und sevdesk?

lexoffice und sevdesk sind stärker bei Banking-Automatik, App und Ökosystem — dafür ohne Dauer-Nulltarif. Papierkram punktet mit Free-Einstieg und integrierter Zeiterfassung.

Ab wann lohnt der Wechsel in einen Bezahltarif?

Typische Auslöser: Der Speicher läuft voll, der manuelle Zahlungsabgleich kostet spürbar Zeit (→ S-Tarif mit Bankkonten ab 9,90 €/Monat im Jahresabo) oder Kundenportal/Abschlagsrechnungen werden gebraucht (→ M-Tarif).

Fazit

Papierkram ist der seltene Fall eines Freemium-Modells, das im Free-Tarif tatsächlich arbeitsfähig ist. Es gewinnt keinen Design-Preis und will das erkennbar auch nicht — es rechnet Projekte ab und hält die EÜR sauber, zum niedrigsten Einstiegspreis am Markt: null Euro. Die Kritikpunkte (Oberfläche, App, ELSTER-Weg) sind real, aber für die Kernzielgruppe verschmerzbar.

Unsere Einordnung: als kostenloser Einstieg und für projektbasierte Freelancer eine klare Empfehlung; ab nennenswertem Transaktionsvolumen den S- oder M-Tarif einpreisen — und dann gegen lexoffice/sevdesk vergleichen, weil dort die Automatisierung mehr Zeit zurückgibt.

Weiterführende Quellen

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